Nicht nur Biologie im xCubio

Komplexe Komponenten, Schaltkreise und Programme wirken im Bioreaktor von bbi-biotech

Beim Blick in die Werkstatt von bbi fällt eines auf: es dominieren glänzende Edelstahlteile. In Boxen liegen säuberlich sortierte und etikettierte Kleinteile, während zwei Edelstahlkessel auf Paletten am Boden liegend auf ihren Einbau in das bereitstehende Gestell warten. »In diesen beiden Kesseln werden später jeweils bis zu 150 Liter spezielle Hefezellen für eine Pharma-Anwendung gezüchtet«, sagt Bernd-Ulrich Wilhelm, Geschäftsführer der bbi-biotech GmbH. »Damit das in der hohen geforderten Reinheit funktioniert, werden die schon leer mehr als 500 kg schweren Kessel mit einem Rührwerk, vielen Sensoren sowie einer Batterie aus Gas und Flüssigkeitsleitungen ausgestattet, um den Hefen ihre optimale Wachstumsumgebung zu geben.«

Mehr Schnittstellenwissen geht nicht

Mit der xCUBIO-Serie hat bbi-biotech eine eigene Baureihe für Bioreaktoren und Fermenter entwickelt. In diesen Anlagen kultiviert man in der Pharmazie oder der Lebensmitteltechnologie Hefen, Bakterien, pflanzliche, tierische oder menschliche Zellen, um daraus Wertstoffe zu gewinnen. Um das zu erreichen, müssen sich in Planung und Bau der komplizierten Anlagen Spezialkenntnisse aus allen Ingenieursdisziplinen vereinigen. Für den Betreiber sei nach der Übergabe die Vermittlung der technischen Systemparameter ein entscheidender Faktor, erklärt Herr W ilhelm. Die Betreiber besäßen meist einen weniger verfahrenstechnischen, sondern eher einen biotechnologischen oder biologischen Hintergrund. Aus diesem Grund sind in der Automation, die über alle im xCUBIO-Fermenter ablaufenden Prozesse wacht, hochentwickelte Algorithmen integriert. Sie führen im Hintergrund komplexe Rechenschritte durch, die dann auf dem Touchscreen so verpackt dargestellt werden, dass der Bediener die langen Hebel ohne großen Aufwand intuitiv bedienen kann. »Das HMI ist als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine der Schlüssel für eine erfolgreiche Produktion unserer Kunden.« Auf Basis der erfolgreich umgesetzten Schnittstellen zwischen Biologie, Elektrotechnik und Anlagenfahrern sind bei bbi-biotech inzwischen Lösungen für viele verschiedene Biotech-Anwendungen entstanden.

Ein rundes Portfolio

Gerade wird in einem Nebenraum ein xCUBIO twin in Betrieb gesetzt – eine Anlage für eine Hochschule in Süddeutschland, in der unabhängig voneinander zwei kleine Fermenter aus Glas zu Forschungszwecken betrieben werden sollen. Die Programmierung wird dabei an die kundenspezifische mechanische Ausstattung angepasst und alle Bauteile werden nacheinander in Betrieb gesetzt. In einem umfangreichen Testprogrammmuss sich der xCUBIO twin beweisen, bevor er mit einer zertifizierten Werksabnahme ausgeliefert wird. Das Portfolio von bbi-biotech umfasst neben den Bioreaktoren und Fermentern auch die automatischen und sterilen Probennahmesysteme vom Typ bioPROBE und seit kurzem zusätzlich moderne, im Fokus vieler weltweiter Forschungsprojekte stehenden Photobioreaktoren zur Kultivierung von Mikroalgen mit Licht und CO2. Nach dem erfolgreichen Aufbau des Unternehmens ist das Portfolio nun so weit entwickelt, dass der weltweite Vertrieb begonnen wurde.