Spezialtüren für Berlin

Die Tischlerei Christian Trzcinski hat sich als Hersteller von Spezialtüren einen Namen gemacht. Immer wenn in und um Berlin saniert wird, sind die Spezialisten gefragt. Produziert wird mit High-Tech-Anlagen.

Ende 2015 machten die damalige Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer und Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer, auf ihrer jährlichen Hightech-Handwerkertour bei der Tischlerei Trzcinski Station. Sie nahmen insbesondere das moderne 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum in Augenschein. Die Maschinehat einen 72-fach-Werkszeugwechsler und kann durch die 5. Achse auch in 3D fräsen. Das ist auch in Berlin nicht oft zu sehen.

Innovative Technologien

Der Handwerksbetrieb hat in den letzten Jahren viel in innovative Technologien und Standortsicherheit investiert. Beate Trzcinski bezeichnet die Tischlerei ihres Mannes als Handwerksbetrieb mit Tendenz zur industriellen Fertigung. Dahinter verbirgt sich auch ein hoher Grad an Spezialisierung. 85 Prozent des Auf-tragsvolumens entfallen auf Rauch-, Brand- und Schallschutztüren.

Etwa 1.300 solcher Spezialanfertigungen entstehen pro Jahr in der Wuhlheide: komplexe Maßanfertigungen mit diversen Funktionen wie Schließfolgeregelung bis zu kleineren Serien. Eine solche Spezialisierung ist nicht selbstverständlich. Die Idee entstand von gut zwölf Jahren, erzählt Frau Trzcinski. Damals schienen die neuen Brandschutzauflagen eigentlich mehr Probleme als Chancen für einen kleinen Handwerksbetrieb mit sich zu bringen. Heute sind sie und ihr Mann der Ansicht, dass ihre Tischlerei von der Gesetzeslage profitiert und sich mit den hohen Auflagen des Gesetzgebers ein sehr spezialisierter Markt auftat. »Wenn im Raum Berlin saniert wird, sind wir oft dabei«, sagt sie. Häufig sind es Aufträge der öffentlichen Hand. Die Tischlerei hat sich in ihrem Segment aber längst einen Namen gemacht und plant künftig auch mehr für andere Handwerksbetriebe Türen zu fertigen. Der Bedarf ist da. Die Industrielieferzeiten für Spezialtüren, so Frau Trzcinski, liegen zwischen sechs und 18 Wochen. »Das können wir schneller«. Der Spezialhersteller will aber nicht mit der Industrie konkurrieren, die seriell produziert. Er orientiert sich an Ausschreibungen mit komplexeren Türen, auch schon Mal Altbautüren oder Rundbogentüren, denkmalgeschützte Substanz, Stiltüren, Altbausanierungen. Als Referenz empfiehlt Frau Trzcinski einen Besuch im Schloss Biesdorf. Dort fertigten und montierten sie Stiltüren mit Brand-, Rauch und Schallschutz und die Wandvertäfelungen mit Schallschutzfunktion. Außerdem entstanden Heizkörperverkleidungen unter Auflagen des Denkmalschutzes.

Vom Hinterhof in die eigene Halle

Angefangen hat der Tischlermeister Christian Trzcinski 1994 mit einem kleinen Hinterhofbetrieb in Berlin-Mitte. Mit Sanierung des Gebäudes kam der erste Umzug, dem etliche weitere folgten, bis die Tischlerei 2011 schließlich im IPW ankam. »Eigentlich dachten wir, Köpenick sei weit draußen, aber dann entdeckten wir die Vorzüge.« Der Park ist ruhig, weitläufig, Produktionslärm stört niemanden. Kurzum: es passte alles. Die Tischlerei beschloss, auf Basis des Erbbaurechts auf dem Gelände in eine neue Betriebsstätte zu investieren. Seit 2013 stehen 1100 Quadratmeter Arbeitsfläche in der Halle zur Verfügung, inklusive eigener Lackiererei, dazu ausreichend Platz zum Lagern, Parken und An- und Ausliefern. Heute beschäftigt der Betrieb neun Mitarbeiter. Mit der neuen Situation fühlen sich die Tzcinskis endlich angekommen und auch auf das Arbeitsklima hat sich die stabile Lage positiv ausgewirkt. »Es gibt ein klar definiertes gemeinsames Produkt und einen sicheren Standort.« Durch die Planungssicherheit sei auch die Stressbelastung spürbar vermindert. Eigentlich läuft alles rund und die Produktion könnte mit weiteren Mitarbeitern noch ausgebaut werden, meint Frau Trzcinski. Die Investitionen jedenfalls haben sich gelohnt.

Oben: Das moderne 5-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum mit 72-fach-Werkzeugwechsler.
Bild: Wolfgang Stärke