Absolut Schüler- & Lehrersicher

Dr. Kaisers PC-Wächter ist eines der unscheinbarsten, beständigsten und erfolgreichsten Programme Deutschlands. Es schützt Schulcomputer seit fast 20 Jahren vor allerlei Manipulationen.

Dr. Uwe Kaiser und Dipl.-Ing. Andreas Schmidt gründeten ihr Systemhaus 1991. Einige Jahre rüsteten sie Computerschulungsräume aus, bis ein Lehrer an sie herantrat und wissen wollte, ob sie nicht ein Programm kennen, das die Computer vor dem ständigen Verstellen durch Schüler schützt. Damit war die Geschäftsidee geboren. Seit 1998 erwirtschaftet das Systemhaus 90 Prozent seiner Umsätze mit dem PC-Wächter, der Nummer eins auf dem Markt. »Wir hatten einfach Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein«, sagt Dr. Kaiser. Gut 30.000 Computerräume hat er ausgerüstet. Pro Jahr stattet Dr. Kaisers Systemhaus GmbH rund 40.000 Computer neu mit dem Schutz aus.

Illegale Downloads

Das Schulgeschäft ist zwar stetig und unspektakulär, aber nicht statisch. Auch der Schulbetrieb wandelt sich. WLAN, Updates und Apps machen Anwendungen heute komfortabler, sorgen aber auch für neuen Ärger. »Besonders beliebt war unter Schülern schon immer der Versuch, neue Programme zu installieren oder Icons verschwinden zu lassen«, sagt Dr. Kaiser. Heute sind es mitunter illegale Downloads, mit denen der PC-Wächter zurechtkommen muss. Das System muss, schon aus Haftungsgründen, protokollieren können, wer an welchem Rechner zu welcher Zeit welche Operation im Internet ausgeführt hat.

Einfach wieder einschalten

Das Grundprinzip des PC-Wächters ist einfach. Wenn der Schutz installiert ist, überwacht er alle Zugriffe und lässt nicht zu, dass vorhandene Daten überschrieben werden. Bei jedem Neustart eines Rechners stehen sofort wieder die blütenreinen Originaldaten zur Verfügung. Sollte sich ein Virus eingeschlichen haben, ist auch der nach Neustart der Geräte weg. Arbeitsergebnisse speichert man einfach auf einer anderen Partition. Neue Programme werden nur mit deaktiviertem Schutz eingespielt. Ausgebildete Systemadministratoren, die sich stetig um das Netzwerk kümmern, sind an Schulen selten. Meistens muss ein Lehrer den Überblick behalten, Updates installieren und Programme einrichten. »Deswegen sind Schulen schon immer auf möglichst bedienfreundliche und kostengünstige Lösungen angewiesen«, so Dr. Kaiser. Und weil die Bedarfe an Lösungen je nach Schulform stark variieren, ist das aktuelle Softwarepaket auf Anforderungen des Schultyps zugeschnitten. Es wird zentral aufgespielt, nur der Schutz läuft wie früher über die einzelnen Rechner.

Dunkelschalten

Das heutige Management-System beinhaltet Tools, die die Integration von Smartphones, Tabletts oder Laptops möglich machen, es sperrt bei Bedarf Laufwerke oder USB-Schnittstellen und bietet diverse didaktische Lösungen. Der Lehrer kann seinen Bildschirm in Computerklassen beispielsweise für alle Rechner sichtbar machen oder sich umgekehrt in kleinen Fenstern anzeigen lassen, was die Schüler gerade im Netz anstellen. »Die beliebteste Funktion ist allerdings immer noch die Einfachste: das Dunkelschalten, « weiß Dr. Kaiser. Auch Maus und Tastatur sind mit einem Klick tot. Damit gehört alle Aufmerksamkeit, so jedenfalls die Idee, der Lehrperson.

Damals war weniger Marketing

Auf der Didacta 2016 in Köln stellte Dr. Kaiser in diesem Februar nun eine neue Lösung vor, die den Ressourcen von Schulen weiter entgegen kommt. Der Computerbetrieb ist komplexer geworden, Administratoren trifft man deswegen aber nicht unbedingt häufiger an Schulen an. Die neuste Version des Managementsystems ist deshalb auf einem Rechner vorkonfiguriert. Aus Gründen der Bedienbarkeit lohnt sich diese Variante für viele Schulen. Und noch etwas ist neu. Heute ist mehr Marketing als früher, sagt Dr. Kaiser. Nur einmal ließ er vor etlichen Jahren ein Plakat drucken, das er auf die Didacta mitnahm: »Schüler- und Lehrersichere Computer« stand darauf. Insider wussten sofort Bescheid. Es gab sogar Lehrer, die sich begeistert vor dem Plakat ablichten ließen. Denn es sind beileibe nicht immer die Schüler, die unsachgemäß am Computer hantieren. Der Reiz gerade für Fachlehrer, sich an der komplexen Materie zu versuchen und Systeme zu optimieren, ist offenbar so groß, dass die sensiblen Geräte auch vor ihnen besonderen Schutz nötig haben.

Text: Reimund Lepiorz
Bild: Michael Richter